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StIF / Systemische Methode / Buchbesprechungen /

 
 
 

Weiss; Haertel-Weiss/ Familientherapie ohne Familie

Buchrezension: Weiss, Thomas u. Haertel-Weiss, Gabriele: Familientherapie ohne Familie. Kurzzeittherapie mit Einzelpatienten.

 

Claudia Schlenker, Eveline Weber, Nina Gajek,

Dorothée Nägele, Claudia Küstermann

 

Das Buch zeigt, wie die Erkenntnisse und Methoden der systemischen Familien-therapie, in der Einzeltherapie angewendet werden können. Es ist aus der Sichtweise eines Arztes und Psychotherapeuten geschrieben und es werden daher viele Beispiele aus der Medizin und Psychotherapie angeführt.

Zur Zielgruppe gehören hauptsächlich Menschen aus beratenden und helfenden Berufen, aber auch in anderen Berufszweigen kann das Buch Anwendung finden.
Die Autoren stellen im ersten Kapitel das Mailänder Modell sowie die Arbeitsgruppe aus Milaukwee vor. Im zweiten Kapitel wird u. a. abgewogen wann eine systemische Einzeltherapie sinnvoll erscheint oder wann eine systemische Familientherapie der Einzeltherapie vorgezogen werden soll. Weiterhin wird die Technik der systemischen Einzeltherapie (der Therapierahmen, das Setting und die Frage- und Interviewtechnik) erläutert. Im dritten Kapitel liegt das Hauptaugenmerk auf den Interventionen. Hier beschreibt  der Autor das Umdeuten, die Symptomverschreibung und die Verhaltensverschreibung.  Anschließend werden sehr ausführlich zwei Falleispiele aus der Praxis des Autors (das systemische Verständnis des Übergewichts oder von der Lust zur Last) aufgeführt. Im Nachwort, resümiert der Autor darüber was „systemisch“ bedeutet und fordert die LeserInnen auf, von Zeit zu Zeit verschiedene Systeme zu beobachten, um einen  Blick dafür zu bekommen. Neben den am häufigsten gestellten Fragen, werden zum Schluss noch zwei Therapieprotokolle (zum Thema Paartherapie mit einem Partner und zum Thema Essprobleme) wiedergegeben. 

Gut gefallen haben uns die zahlreichen Fallbeispiele und die Fülle von möglichen Fragen und Interventionen sowie die Vorstellung der beiden Modelle. Positiv ist weiterhin, dass es einfach und anschaulich geschrieben ist und es daher, gerade zu Beginn der Ausbildung empfehlenswert ist.

Allerdings wirkt das Ganze durch die Aneinanderreihung der Techniken eher „rezepthaft“. Insgesamt fehlt eine klare Struktur und der rote Faden ist nicht immer erkennbar.

   
 
StIF / Stuttgarter Institut für Systemische Therapie, Beratung,
Supervision und Systemisches Coaching e.V.

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