Zurück   Drucken

StIF / Systemische Methode / Buchbesprechungen /

 
 
 

McGoldrick / Wieder heimkommen


Monica McGoldrick:


Wieder heimkommen 


Auf Spurensuche in Familiengeschichten


Heidelberg: Carl-Auer-Systeme Verlag, 2003


Zusammengefasst von Beate, Marlies, Ulrike, Micaela, 2005

 


Buchinhalt:


Monica McGoldrick ist Mitbegründerin und Direktorin des Multicultural Family Institute in Highland Park, New Jersey. Sie ist außerdem Professorin für Klinische Psychiatrie und Pionierin und Wegbereiterin der modernen Familientherapie.
Monica McGoldrick beschreibt anhand des biographischen Materials und der Familiengeschichten berühmter Persönlichkeiten die Mehrgenerationen-Perspektive in der Familientherapie. Es wird die Genogrammarbeit an sich erklärt und anhand dieser Genogramme werden die familiären Muster beschrieben, die auftreten können. Das Buch wendet sich an interessierte Laien, die mehr über ihre Familie und ihre Herkunft wissen möchten, und hierzu eine Hilfe an die Hand bekommen möchten.
In „Wieder heimkommen“ werden anhand der durch McGoldrick erstellten Genogramme der Familien Themen und Zusammenhänge aus den folgenden Bereichen beschrieben:

. Familiengeschichten, Mythen und Geheimnisse
. Familienbande und Bindungen (Nähe und Distanz, Verschmelzung und Ausstoßung, 

  Dreiecke)
. Verlust und Trauer
. Die eigene Ursprungsfamilie
. Geschwisterkonstellationen
. Paarbeziehungen
. Schichtzugehörigkeit, Kultur und Familienbeziehungen (Rituale,

  Klassenzugehörigkeit, Geld, Religion)

Die einzelnen Kapitel beginnen zuerst mit einer allgemeinen Einführung in die Thematik, um dann das Genogramm einer Persönlichkeit und ihrer Familie zu betrachten und zu erklären. McGoldrick verwendet hierzu die Erkenntnisse der modernen Familientherapie.
Am Ende eines Kapitels findet der Leser einen Fragenkatalog, der ihm helfen soll, seine eigene Familie erforschen zu können.
McGoldrick gibt zu Anfang ebenfalls eine „Verhaltensanweisung“ zur Erforschung der eigenen Familie: nämlich mit Respekt und Verständnis, statt mit Vorwürfen und Anklagen zu arbeiten. Nur wer seinen Blickwinkel ändert, kann aus der eigenen Familiengeschichte lernen:
„In diesem Buch geht es darum, die wichtigsten Bindungen in unserem Leben zu erforschen, die Bindungen an unsere Familie, an die Menschen, die uns als erste eine Vorstellung davon gaben, was es heißt, „zu Hause“ zu sein. Je mehr wir über unsere Familie wissen, desto mehr wissen wir über uns selbst, und desto mehr Freiheit haben wir zu bestimmen, wie wir leben wollen.„

Bewertung:
Das Buch scheint weder für den Laien, noch für den Fachmann geschrieben: für den Laien sind die Erkenntnisse der Familientherapie nicht unbedingt bekannt (es fehlen hierzu oft die Quellenangaben), für den Fachmann ist das Werk zu unstrukturiert und enthält zu viele Einzelgenogramme für die jeweiligen Thematiken.
Trotzdem stellt es sehr viele unterschiedliche Aspekte der Genogrammarbeit dar und gibt viele Anregungen und Impulse bei der Arbeit mit der eigenen Familie, vor allem durch die Fragenkataloge am Ende eines Kapitels.
Das Kapitel „Familienbande und Bindungen“ und „Verlust“ hebt die Bedeutung der Trauerarbeit mit ihrer außerordentlichen Wichtigkeit deutlich hervor, was als sehr positiv zu werten ist. Leider wirken die vielen dazugehörigen Genogramme eher verwirrend als klärend.
Insgesamt gesehen muss man das Buch sehr intensiv lesen, immer wieder auch zurück gehen und sich neu orientieren.

   
 
StIF / Stuttgarter Institut für Systemische Therapie, Beratung,
Supervision und Systemisches Coaching e.V.

Zurück   Drucken   Nach oben