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Hanswille; Kissenbeck / Systemische Traumatherapie

Reinert Hanswille, Annette Kissenbeck:

 

Systemische Traumatherapie

 

Heidelberg, Carl-Auer-Verlag, 2008

 

Zusammengefasst von S. Bauer, R. Klorer, F. Steliopoulou, I. Krause, 2010

 

Das AutorInnen-Team geht davon aus, dass Unfälle, Gewalterfahrungen, Missbrauch oder Vernachlässigung in etwa 25% der Fälle Traumafolgestörungen bei den Opfern auslösen, die sich oft erst verspätet zeigen.
In diesem Buch wird versucht, die Methoden der klassischen Traumatherapie mit denen der systemischen Therapie zu verbinden, um beiden beteiligten Berufsgruppen (TraumatherapeutInnen und systemischen TherapeutInnen) die Anwendung neuer Methoden zu ermöglichen. Systemischen TherapeutInnen soll es einen Überblick über den aktuellen Stand der Traumatherapie- und Forschung vermitteln, während TherapeutInnen und MedizinerInnen  ermöglicht werden soll, das System der Betroffenen mit einzubeziehen und zu nutzen. Dadurch soll die Traumabehandlung deutlich verkürzt und Rückfälle vermieden werden.
Anderen Fachkräften im sozialen Dienst soll es dazu dienen, Traumatisierungen zu erkennen und deren angemessene Behandlung in die Wege zu leiten.

Das Buch teilt sich in zwei große Abschnitte:
1. Systemische Traumatherapie – Theoretische Grundlagen und Methoden
Es werden die Grundlagen der Traumatherapie dargestellt und bereits erste Überlegungen für eine systemische Traumatherapie angestellt. Auch die möglichen Methoden einer systemischen Traumatherapie werden erklärt, sie stammen fast vollständig aus der systemischen Therapie.
2. Der zweite Teil des Buches entwickelt die systemische Traumatherapie mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien weiter. Es bezieht sich im theoretischen Teil auf die Auswirkungen von Traumata auf die Entwicklung von Beziehungen, Interaktionen und der Kommunikation betroffener Kinder und Jugendlichen.
Der praktische Teil stellt die notwendige Diagnostik bei vermuteter Traumatisierung sowie die Therapie und Interventionen bei traumatisierten Systemen dar.
Gerade in diesem Teil des Buches wird ein systemisches Traumatherapiekonzept für die therapeutische Praxis beschrieben. Es werden konkrete Vorgehensweisen und Übungen beschrieben und erläutert.

„Systemische Traumatherapie“ ist ein sehr umfangreiches Buch, das als echtes Standardwerk in deutscher Sprache gelten kann. Es beinhaltet eine umfangreiche, sich leider teils wiederholende Darstellung des Traumabegriffes und begleitender Theorien.
Der praktische Teil ist umfassend erläutert, benötigt aber im Voraus gute Vorbereitungen, um ihn in der Praxis anwenden zu können, allein schon wegen des schieren Umfangs.
Größte Minuspunkte sind die häufigen inhaltlichen Wiederholungen, die das Buch unnötig aufblähen. Wegen des erheblichen Umfanges geht die Übersichtlichkeit verloren, obwohl die Gliederung detailliert und sinnvoll erscheint.
In Einzelteilen ist das Buch aber sehr gut zu verwenden.


   
 
StIF / Stuttgarter Institut für Systemische Therapie, Beratung,
Supervision und Systemisches Coaching e.V.

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